Photo:
Bocholt/Delbrück/Frankfurt - Die Volleyballer von TuB Bocholt bleiben in der zweiten Bundesliga daheim eine Macht. Vor 200 Zuschauern kamen die Veilchen gegen die DjK Delbrück nach 98 Minuten zu einem völlig verdienten 3:1 (25:20, 25:22, 25:27, 25:23)- Erfolg und feierten damit im zehnten Heimspiel in der Euregio-Sporthalle den neunten Sieg.
,,Das Ergebnis geht in Ordnung. Allerdings haben wir heute nicht die Leistung gebracht, die ich mir erhofft hatte. Das Niveau war in Ordnung, aber mehr auch nicht", zog Bocholts Coach Waldemar Zaleski unmittelbar nach dem Abpfiff das Fazit.
"Unter Wert verkauft" - Überhaupt nicht zufrieden zeigte sich sein Kontrahent aus Delbrück: "Meine Mannschaft hat sich unter Wert verkauft. Die Zuschauer haben ein insgesamt schwaches Spiel gesehen, mit vielen Fehlern. Wir konnten nie an die guten Leistungen der Vorwochen anknüpfen", sagte DjK-Trainer Ulrich Kussin.
Im ersten Satz benötigten die Bocholter eine Anlaufzeit, bevor sie dem Gegner dann den Schneid abkaufen konnten. Sie lagen bereits mit 12:15 Punkten zurück, ehe Außenangreifer Matthias Unland mit tollen Angriffsschlägen und zwei Assen seine Farben mit 21:18 Punkten auf die Siegerspur brachte. Schließlich ging der Satz letztendlich doch klar 25:20 an TuB, als Moritz Müller den Ball nach langem Hin und Her im gegnerischen Feld unterbrachte.
Dominant traten die Hausherren im zweiten Durchgang auf. Schnell lagen sie 5:2 und 15:11 vorne und ließen sich die Führung nicht mehr aus der Hand nehmen. Mit 25:22 ging der Satz dann auch verdient nach Bocholt. Mit dieser 2:0-Führung im Rücken schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein.
Doch die Gäste kämpften sich zurück in die Partie, gaben keinen Ball verloren. Dagegen fehlte den Bocholtern nun in den entscheidenden Situationen der notwendige Ernst: "Hier haben uns Kleinigkeiten aus dem Gleichgewicht geworfen. So fehlte es an der notwendigen Aggressivität und Konzentration", sagte Zaleski. TuB lag bereits 21:24 zurück, schaffte aber durch den eingewechselten Max Lake noch den Ausgleich. Am Ende schlug Lars Geukes den Ball knapp ins Aus und Delbrück gewann diesen Satz 27:25.
"Nach dem verlorenen Durchgang war ich mir nicht sicher, ob wir die drei Punkte noch holen", gab der Bocholter Coach Einblick in sein Seelenleben vor Beginn des vierten Satzes.
Er ließ Lake nun von Beginn an spielen und der Außenangreifer schmetterte gleich den Ball zum 1:0 ins Feld des Gegners. Aber die Partie blieb bis zum Ende ausgeglichen, weil Delbrück nicht zurücksteckte. Als Lars Geukes herrlich zum 24:23 getroffen hatte, hatten die Bocholter Matchball. Die Zuschauer standen erwartungsvoll auf und Delbrücks Angreifer Tobias Daniels schlug den Ball ins Aus, sodass Bocholt durch den Ball zum 25:23 den 3:1-Sieg einfuhr.
Nur rund 24 Stunden nach dem Erfolg über die DJK Delbrück (siehe Text oben) gewann TuB Bocholt gestern auch das Auswärtsspiel beim Volleyball-Internat Frankfurt mit 3:1 (25:19, 23:25, 25:11, 25:20). Damit schob sich die Mannschaft von Trainer Waldemar Zaleski bis auf vier Punkte an den Spitzenreiter SV Lindow-Gransee heran, der eine Begegnung mehr bestritten hat.
"Sechs Punkte aus zwei Spielen sind die optimale Ausbeute. Wir können besser spielen, als wir es in diesen beiden Partien gezeigt haben, aber bei einem Doppelspieltag muss man sich die Kräfte auch einteilen. Und das hat die Mannschaft, ob bewusst oder unbewusst, offenbar auch getan", sagte Zaleski.
Nach den ersten Ballwechseln im ersten Satz war der Coach eigentlich von einem 3:0-Sieg ausgegangen. "Wir haben dann aber nicht die Aggressivität und Konzentration gezeigt, die wir brauchen, um in den Rhythmus zu kommen", sagte Zaleski. Die Folge: Nachdem der erste Satz noch 25:19 gewonnen worden war, ging der zweite mit 23:25 verloren. Danach steigerte sich TuB Bocholt aber wieder und holte die Durchgänge drei und vier mit 25:11 und 25:20.
"Positiv war, dass ich auch einige taktische Neuerungen gesehen habe", sagte Zaleski. Su wurden mit dem Dreierblock fünf Punkte erzielt. Lob hatte der Coach für Nachwuchsmann Jonas Kubo parat, der bei seinen Kurzeinsätzen überzeugte und die Begegnung mit einem Ass beendete.
Kader TuB: Lake (c), Kubo, Sent, Unland, Geukes, Möllers, Müller, Feltges, Just, Ahr, Schröer, Bevers. Es fehlten: Adolph, Essing. Trainer: Zaleski, Böhme.