Photo: Doreen Ritzau
Vielleicht tat Karl Kaden schon im Vorfeld gut daran, dass er sich mit seiner Prognose lieber nicht so weit aus dem Fenster lehnen wollte. Drei Punkte strebte er mit dem VC Bitterfeld-Wolfen zwar beim TV Hürth an, von einem Pflichtsieg beim Aufsteiger wollte der Trainer des VC Bitterfeld-Wolfen aber nicht sprechen. Und zu diesem sollte es schließlich auch gar nicht reichen. Mit 1:3 musste sich der VC geschlagen geben und rutschte auf den sechsten Tabellenplatz der 2. Bundesliga Nord. "Das ist Durchschnitt", sagte Karl Kaden.
An der Niederlage im Kölner Stadtteil, der vierten in den vergangenen fünf Partien, gab sich der Trainer aber auch eine Mitschuld. "Ich habe zu spät reagiert", sagte er und bezog diese Kritik auf seine Personalentscheidungen während der Partie. Vor allem an Christopher Harpke hatte er zu lange festgehalten: "Ich habe ihn zu spät rausgenommen", so Kaden.
Wie schon in der Vorwoche gegen Giesen rief der Kapitän auch diesmal sein Leistungsvermögen nicht ab und war auf dem Feld mitverantwortlich für den Ausgang der ersten beiden Sätze. Im ersten Durchgang hatte der VC die Partie im Griff, leistete sich aber am Ende zu viele Fehler in der Annahme und gab den Satz mit 26:28 ab. Deutlicher wurde es sogar im zweiten Durchgang. Der Vizemeister des Vorjahres lief lange einem Rückstand hinterher und gab den Satz schließlich mit 19:25 ab.
Erst dann reagierte Karl Kaden und nahm ein paar Umstellungen vor. Auf der Libero-Position gab es keinen Wechsel zwischen René Menzel und Michael Haßmann mehr - Menzel spielte nun in Annahme und Angriff - und Christopher Harpke wurde aus dem Spiel genommen.
Die Änderungen fruchteten und brachten dem VC Bitterfeld-Wolfen mit 25:23 den dritten Satz. Für die komplette Wende sollte es aber nicht reichen. Wieder einmal hatten ein paar Schiedsrichterentscheidungen für Diskussionsbedarf gesorgt und den VC gedanklich aus dem Spiel gebracht. Mit 21:25 ging nicht nur der Satz, sondern damit auch das Spiel verloren.